Presseinformationen

ShortCuts & U-Turns. Irina Pauls and 30 Years of Dance.
17.-21. August 2016 | Lindenfels Westflügel Leipzig

TANZTHEATER ::: Konzept/Künstlerische Leitung: Irina Pauls ::: TänzerInnen: Marcin Baczyk, Viviana Escale, Unita Gay Galiluyo, Gary Joplin, Johanna Kasperowitsch, Romy Liebig, Monica Munoz Marin, Thomas Maucher, Marco Antonio Queiroz, Arthur Schopa, Marco Volta, Sara Wilnauer ::: Gesang: Maraile Lichdi, Wolfram Ladtke ::: Performance: Angelika Waniek ::: Film: Thilo Neubacher ::: Sound: Matthias Engelke ::: Ausstattung: Erwin Bode ::: Technik: Marcus Müller ::: Produktionsleitung: Juliane Raschel ::: In Koproduktion mit dem Westflügel Leipzig, Tanzfilminstitut Bremen und Tanzarchiv Leipzig ::: Gefördert durch: Stadt Leipzig, Fonds Darstellende Künste Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Im Sommer 2016 blickt Irina Pauls zurück auf ihre 30-jährige choreografische Arbeit. 1986 inszenierte sie als jüngste Ballettdirektorin der DDR am Landestheater Altenburg ihren ersten Ballettabend. Sie gründete 1990 das erste ostdeutsche Tanztheater mit eigenem Ensemble am Leipziger Schauspielhaus. Ihr künstlerischer Weg führte Pauls als Leiterin der Sparte Tanz an verschiedene Stadttheater in Deutschland. Sie arbeitete in Europa und Übersee und lebt heute als freischaffende Choreografin in Leipzig.

Der Begriff Tanztheater hat sich in der Zeit der Teilung Deutschlands mit unterschiedlicher Bedeutung aufgeladen. Aus der heutigen Sicht der in der DDR ausgebildeten Choreografin Irina Pauls macht diese szenische Retrospektive ihre besondere Arbeitsweise im Verlauf der Veränderung sichtbar. Der Fokus liegt auf der Verwendung von Musik im Tanztheater. Musikrhythmus, Stückrhythmus und Körperrhythmus – dieses Wechselverhältnis macht die besondere Form der jeweiligen Inszenierung aus. Der Personalstil von Irina Pauls ist durch seine Vielfalt und Genauigkeit im Umgang von Musik und Tanz gekennzeichnet, der u.a. in choreografisch- szenischen Arbeiten zu Gesang, rhythmisch Perkussivem, drumm and bas bis hin zu Eigenkompositionen für die Tanzstücke zu erleben ist.

Das Publikum durchläuft einen Rundgang und taucht aus verschiedenen Blickwinkeln in TanzTheater-Szenen aus acht Inszenierungen seit 1986 ein. Der sinnliche Einblick in Pauls individuellen choreografischen Ausdruck ist geprägt von den internationalen KünstlerInnen, die sich an die Arbeitsprozesse erinnern. Die sichtbare Veränderung ihrer Körper ermöglicht dem Zuschauer den direkten Zugang zur ihren Lebenswelten und zeigt das Konzept „Tanztheater“ als komplexe tanzkünstlerische und zeitpolitische Äußerung.

Einlass stündlich ab 17 Uhr, letzter Einlass 21 Uhr: Acht Tanztheaterszenen, Gespräche, Filme, Get Together

Am 20. August, 19 Uhr, gewährt ein Screening mit Ausschnitten aus den Inszenierungen der Pionierinnen des Deutschen Tanztheaters Reinhild Hoffmann und Arila Siegert Einblicke in die vielfältigen historischen und aktuellen Ausprägungen des deutschen Tanztheaters. Im Anschluss findet ein Gespräch mit beiden Künstlerinnen statt. Ab 21.30 Uhr freuen wir uns auf ein fröhliches Beisammensein in der Kulturbar fröhlich & herrlich! :::

ShortCuts & U-Turns : Mi. 17. / Do. 18. / Fr. 19. August ab 17 bis 23 Uhr, So. 21. August 11 Uhr

Porträt von Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof

Download Thomas Maucher in "Signal to Noise" (Foto: Rolf Arnold)

Porträt von Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof

Download Arthur Schopa in "Catulli Carmina" von Carl Orff (Foto: Stefan A. Schuhbauer von Jena)

Porträt von Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof

Download Unita Gay Galiluyo in "One Half of Front" (Foto: Maurice Korbel)

Porträt von Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof

Download Irina Pauls bei der Probe, Landestheater Altenburg 1987 (Foto: Heinrich Pawlik)

 


 

ORFF®TanzLeipzig
1. Sommerwerkstatt von Choreografin Irina Pauls mit dem Percussionisten Peter Bauer vom 1.-5. August 2016 im Westflügel Leipzig

Unterschiedliche Haltungen zur Beziehung von Tanz und Musik erzeugen eine beständige brisante Auseinandersetzung. Die Choreografin Irina Pauls widmet sich in ihren künstlerischen Arbeiten verstärkt diesem Thema und ruft zur weiteren Erforschung gemeinsam mit TänzerInnen und MusikerInnen eine Sommerwerkstatt ins Leben, die von der Carl Orff-Stiftung gefördert wird.

Die Avantgarde des zeitgenössischen Tanzes sagte sich im 20. Jahrhundert los von der Phrasierung und Rhythmisierung, dem kontrollierbaren rhytmischen Ablauf, denn der Körper selbst erfinde seine Beziehung zur Zeit. Die Zeit ist jedoch wichtiger Bestandteil der Bewegung und verleiht ihr seine besondere Qualität. Carl Orff entwickelte hierzu sein Konzept "elementarer Musik" als Synthese von Musik, Sprache und Bewegung mit dem Ziel einer "Regeneration der Musik von der Bewegung, vom Tanz her".

Diesen Orffschen Gedanken lassen Irina Pauls und der Percussionist Peter Bauer in der Sommerwerkstatt wieder aufleben und gehen damit auf die Suche nach neuen Aspekten dieser Synthese. Aus der eigenständigen Haltung des zeitgenössischen Tanzes zur Musik heraus sollen die Orffschen Kompositionsprinzipien vom Tanz her "regeneriert" werden. Die starken rthythmischen und perkussiv-repetitiven Elemente in seinem Werk werden in Kenntnis der Werkzeuge des zeitgenössischen Tanzes, der veränderten Sicht auf den Körper und des Körpermaterials in choreografischen Arbeiten körperlich Ausdruck finden. Das kann eine Suche nach dem Körper in der Phrasierung oder der Phrasierung im Körper sein. Die Erforschung richtet sich auf das Empfinden der Bewegungsqualitäten, die Beziehungen innerhalb der Gruppe und die Intensität dieser Erfahrungen.

Wir laden TänzerInnen zu einer inspirierenden Sommerwerkstatt ein, die die Verbindung von Perkussion und Bewegung aus der Perspektive des zeitgenössischen Tanzes heraus neu befragt. Aus dem entstehenden künstlerischen Prozess heraus sollen sich neue Sichtweisen auf die Interpretation der Werke Carl Orffs heraus bilden, die impulsgebend für die anstehende Neubetrachtung der Beziehung zwischen zeitgenössischem Tanz und Musik wirken.

Porträt von Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof

Download Porträt Irina Pauls (Foto: Kirsten Nijhof)

Irina Pauls, Diplom-Choreografin, lebt als freischaffende Choreografin in Leipzig. Ihre Tanzausbildung erhielt sie an der Palucca Schule Dresden. Choreografie studierte Pauls an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. Sie kreierte mehr als 70 Uraufführungen als Leiterin der Tanztheater an verschiedenen Theatern in Deutschland und im Ausland. Seit 2009 entstehen vor allem Site-Specific Performances. Pauls hat Lehraufträge an der Universität Mozarteum Salzburg und an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig. In zahlreichen Workshops und künstlerischen Arbeiten forscht sie zum Thema der Beziehung von Musik und Tanz. Das künstlerische Werk von Carl Orff (Carmina Burana, Catulli Carmina, Der Mond) ist Anlass und Impuls für Neu-Inszenierungen mit dem Ansatz der Synthese von Körper, Musik und Sprache.

Porträt von Peter Bauer (Foto: Ida Zenna)

Download Porträt von Peter Bauer (Foto: Ida Zenna)

Peter A. Bauer, Percussionist, wurde 1969 in Leipzig geboren. Er studierte bei Hermann Naehring an der Hochschule für Musik (HfM) in Leipzig. Das Studium außereuropäischer Trommelkunst führte ihn zu Glen Velez (New York), Ahmed Subhy, Khamis Henkesh (Cairo) und Jamal Al Saka (Damaskus). Als Percussionist ist er auf orientalische Instrumente spezialisiert. Seit 1995 ist er Lehrbeauftragter für Hauptfach Percussion an der HfM Felix M. Bartholdy in Leipzig und leitet dort das Ensemble für außereuropäische Musik. Mit seinen eigenen Projekten komponiert und musiziert er in den Grenzbereichen von Kammermusik bis Pop. Gefragter Gastmusiker ist er im Bereich Renaissance- und Alte Musik. Seit 2003 ist er Percussionist des Barockensembles Lautten Compagney und seit 2008 festes Mitglied der Renaissancegruppe Capella de la Torre. Im September 2016 wird es erste Konzerte seines neuen Trios Bauer, Vogt & Dame geben. Zu seiner Lehrtätigkeit an der HfM Leipzig und der Korrepetitionsarbeit an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden kommt ein umfangreiches Schaffen als Comiczeichner und Illustrator. www.peter-a-bauer.com

 


 

Downloads

Zum Download des Fotos bitte auf das Bild klicken. Abdruck nur unter Nennung des Fotonachweises.

Belegexemplar erbeten an:

Irina Pauls
Tschaikowskistraße 1
04105 Leipzig

Irina Pauls (Foto Kirsten Nijhof - www.kirstennijhof.de)

Irina Pauls (Foto Kirsten Nijhof)

Archiv 2012

Wasser als verbindendes Element
„Open Waters“ von Irina Pauls vom 18.-20. Oktober in Valletta

Leipzig, 18. September 2012 – Die Leipziger Choreografin und Regisseurin Irina Pauls initiiert ein kulturübergreifendes Tanzprojekt. Anlässlich des 50. Jahrestages des German-Maltese Circle in Malta entwickelt sie gemeinsam mit deutschen und maltesischen Tänzern, einem Komponisten und einer Designerin „Open Waters“. Die Tanzperformance ist vom 18. bis 20. Oktober 2012 auf dem berühmten St. George Square in Valletta/Malta zu sehen. Anknüpfend an die jüngsten Pauls-Produktionen „Tanzt die Männerschwimmhalle“ (2012) und „Wassereinbruch“ (2011) ist Wasser das verbindende Element in „Open Waters“: Die Wasserfontänen, die zu jeder vollen Stunde auf dem St. George Square mit der „Malta Suite“ von Charles Camilleri erscheinen, sind inspirierende und treibende Kraft im Stück. 2013 wird die Tanzperformance auch in Leipzig im öffentlichen Raum präsentiert. Im Rahmen einer Veranstaltung der maltesischen Botschaft und vom maltesischen Honorarkonsul für Sachsen und Sachsen-Anhalt, plant Detlef Bischoff, die Pauls-Produktion in die Messestadt zu holen.

„Die Idee, ein Tanzprojekt mit deutschen und maltesischen Tänzern auf die Beine zu stellen,hat sich bei mir während eines Workshops auf Malta gefestigt. Die Tänzer dort waren sehr offen und interessiert an neuen künstlerischen Erfahrungen“, erklärt Irina Pauls. So weist „Open Waters“ – wie viele Pauls-Produktionen – nicht nur einen starken Bezug zum Ort des Entstehens, sondern auch zur Biografie der Tänzer und Performer auf – sie reflektiert die verschiedenen Lebenseinstellungen.

In „Open Waters“ bewegen sich drei in Deutschland lebende und sechs maltesische Tänzerinnen und Tänzer um ihre unterschiedlichen Lebenseinstellungen und Formen des Miteinanders. Die musikalischen Sounds dazu liefert Komponist Matthias Engelke mit einer Transformation der „Malta-Suite“ des maltesischen Komponisten Charles Camilleri (1931-2009). Zusammen mit den Kostümen von Ricarda Knödler entwirft Irina Pauls auf dem St. Georges Square inmitten von Valletta eine Atmosphäre, die Zuschauer zum Reflektieren ihrer kulturellen Gewohnheiten anregen soll.

18. Oktober 2012: 18 Uhr / 19. Oktober 2012: 17 Uhr / 20. Oktober 2012: 11, 13 und 15 Uhr

„Open Waters“ – Tanzperformance von Irina Pauls anlässlich des 50. Jahrestages des German-Maltese-Circle in Malta 2012 auf dem St. George's Square, Valletta/Malta

Musik: Matthias Engelke, Kostüme: Ricarda Knödler
Tänzer: Johanna Kasperowitsch, Athanasia Kanellopoulo, Arthur Schopa, Krista Degaetano, Ilona Attard, Natalie Camolez, Ilaria Zammit, Rochelle Gatt, Caroline Briffa

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, des German-Maltese-Circle und privater Sponsoren.

Endlich „Tanzt die Männerschwimmhalle“

Kunstprojekt von Irina Pauls im Juni 2012 im Leipziger Stadtbad

Leipzig, 15. Mai 2012 – Leipzig ist um einen besonderen Ort reicher: Die Männerschwimmhalle des Leipziger Stadtbades wurde am 16. April 2012 nach einer umfangreichen Dachsanierung als vorübergehende Event-Location wiedereröffnet. In wenigen Wochen kehrt nun auch das Wasser gedanklich in die historische Badeoase zurück – mit „Tanzt die Männerschwimmhalle“ von Irina Pauls, künstlerische Leiterin der Initiative !mehrTANZ. Vom 20. bis 30. Juni 2012 finden an neun Tagen jeweils drei bis vier geführte Publikumsrundgänge durch das Kunstprojekt in der Männerschwimmhalle statt. Für ein intensiveres Zuschauererlebnis sind die Rundgänge für Gruppen zwischen 25 und 30 Zuschauern angelegt. Eigentlich sollte „Tanzt die Männerschwimmhalle“ schon im September 2011 aufgeführt werden. Wegen Bauverzögerungen hatte die Förderstiftung Leipziger Stadtbad die Premiere kurzfristig abgesagt.

Die Männerschwimmhalle des Leipziger Stadtbades musste 2004 wegen baulichen Schäden geschlossen werden. „Der Geist einer großen Öffentlichkeit ist hier jedoch nach wie vor spürbar“, erklärt Irina Pauls. Die Abwesenheit von Wasser bei gleichzeitiger, gedanklicher Präsenz bildet den Ausgangspunkt und die Inspiration für ihr Kunstprojekt „Tanzt die Männerschwimmhalle“. Um den Ort Männerschwimmhalle wieder erfühlbar zu machen, hat Pauls die Inszenierung als performativen Rundgang für kleine Zuschauergruppen konzipiert. Die dabei entstehende Intimität ermöglicht eine persönliche, fast private Beziehung zu den Darstellern. Auf dem Parcours durch die Männerschwimmhalle durchlaufen die Zuschauer die Inszenierung „Blöße“ von Irina Pauls sowie sieben Performances von Künstlern aus Mitteldeutschland. Dadurch kann sich das Publikum den Ort und damit einhergehende Themen wie Wasser und Baden über verschiedene künstlerische Zugänge erschließen.

„Mit dem Ort Bad verbindet sich eine Intimität. Zurückgezogen und konzentriert auf den eigenen Körper gibt es beim Baden die Chance sich innig, vertraulich und auch erotisch zu entfalten“, beschreibt Pauls ihre Inszenierung „Blöße“, die sie mit drei Tänzerinnen (Berit Jentzsch, Irene Schröder, Johanna Kasperowitsch) und einem Sänger (Patrick Grahl) umsetzt. Für die sieben Performances hat Pauls in einem Bewerbungsverfahren Künstler unterschiedlicher Sparten ausgewählt: Brigitte Kießling, Anna Natt, Ines Seumel, Marlen Schumann, Emma Rönnebeck, Angelika Waniek und Diana Wesser. Sie alle entwickeln Solo-Performances zum Ort Männerschwimmhalle. Sprechend, laufend, tanzend, singend und im Trockenen schwimmend, spüren sie der Frage nach: Wie bewegt man sich in einem Bad, in dem es kein Wasser mehr gibt?

Da die öffentlichen Fördermittel nur einen Teil der Projektkosten abdecken, sucht die Initiative !mehrTANZ gemeinsam mit der Förderstiftung Leipziger Stadtbad derzeit nach finanziellem Engagement. In Anlehnung an den Grundgedanken des Mäzenatentums soll die Unterstützung durch private und unternehmerische Förderer ausnahmslos den insgesamt zwölf beteiligten Künstlern zu Gute kommen: Mit 1.500 Euro Spende können die Mäzene einen Künstler ihrer Wahl kennenlernen, direkt fördern und so dessen Mitwirken an den Aufführungen ermöglichen.

Tanzt die Männerschwimmhalle
Irina Pauls. Solistinnen. Sänger. Und Publikum.

20. bis 30. Juni 2012 um 17, 19 und 21 Uhr,
samstags und sonntags zusätzlich 11 Uhr
25. und 26. Juni 2012 Spielpause

Ort: Leipziger Stadtbad, Eutritzscher Straße 21, 04105 Leipzig

Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen (u.a. Oper Leipzig, Tel. 0341 1261261) und über www.eventim.de erhältlich.
Preise: 17 Euro / ermäßigt 10 Euro, zzgl. Vorverkaufsgebühr
Die örtlichen Gegebenheiten sind leider nicht für Rollstuhlfahrer geeignet.
Förderer des Projekts sind das Kulturamt der Stadt Leipzig, die Bürgerstiftung Leipzig, der Fonds Darstellende Künste e.V. und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
Weitere Informationen und Pressemotive zum Kunstprojekt finden Sie im Internet unter www.mehrtanz.org/tanzt-die-maennerschwimmhalle.

Leipzig-Premiere: „Stomping La Luna“

Irina Pauls zeigt von Carl Orff inspiriertes Tanzstück in der HMT Leipzig

Leipzig, 7. Februar 2012 - Nach der Premiere in Salzburg und Gastspielen in Valletta (Malta), Pittsburgh (USA) und Montréal (Kanada) kommt „Stomping La Luna“ von Irina Pauls nun erstmals in Leipzig auf die Bühne: Zu sehen ist das zeitgenössische Tanzstück am 21. Februar 2012, um 19.30 Uhr im Großen Saal der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (Grassistraße 8). Die Aufführung findet im Rahmen der Winterakademie der Abteilung für Elementare Musik- und Tanzpädagogik der HMT Leipzig statt. In „Stomping La Luna“ knüpft Irina Pauls an Carl Orffs Ideen für die Oper „Der Mond“ an und entwickelt dafür Teile des Orffschen Schulwerks „Musica Poetica“ kompositorisch und gedanklich weiter. Sechs Tänzerinnen der Salzburger Performance-Gruppe „Das Collectif“ wenden sich tanzend, sprechend und instrumental dem Urmythos des Mondes zu.

Basierend auf dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm komponierte Carl Orff um 1937 / 1938 die Oper „Der Mond“: Vier Burschen stehlen auf einer Wanderschaft eine leuchtende Kugel. Sie bringen diese in ihr dunkles Land und hängen sie an einen Baum. Damit geben sie den Menschen nachts Licht und Lebendigkeit. Nach ihrem Tod gelangt der Mond in die Unterwelt. Dort weckt sein Licht die Toten. An dieser Stelle setzt Irina Pauls szenische Umsetzung ein: „Ein rätselhaftes, unheimliches Treiben der wiederbelebten Toten beginnt. Sie spielen, raufen und stürzen sich vergnügt in ihr wiedergewonnenes Leben. Sie suchen Formen der Kommunikation und entdecken einander. In dynamischen, ausgreifenden Bewegungen lassen sie ihren Gefühlen freien Lauf“, verrät Choreografin Irina Pauls.

Für „Stomping La Luna“ interessieren Pauls vor allem die neoromantischen Elemente in Orffs „Der Mond“. In stilistisch bekannter Pauls-Manier löst sie diese aus ihrem bisherigen Kontext und spürt neuen, zeitgenössischen Zusammenhängen nach. Dabei nähert sie sich insbesondere der Polarität von Licht und Schatten. In den Szenen werden die Grenzen der Realität überschritten. Sie öffnen sich dem Magischen, Mythischen und Archaischen. Mit einer Prise schwarzem Humor versehen, zeigen sie die Abgründe menschlicher Existenz und spielen mit verborgenen Trieben, Aggressionen und Ängsten.

Leipzig-Premiere: „Stomping La Luna“ – Tanzstück von Irina Pauls

21. Februar 2012, 19.30 Uhr, Großer Saal der HMT Leipzig, Grassistraße 8

Stückeinführung mit Rainer Kotzian (musikalische Mitarbeit) und Irina Pauls um 19 Uhr

Eine Veranstaltung der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT Leipzig) in Kooperation mit der Initiative !mehrTANZ und der Universität Mozarteum Salzburg.

Karten sind erhältlich an der Abendkasse für 7,50 Euro, ermäßigt 5,50 Euro, für HMT-Studierende 2,50 Euro.
Telefonische Kartenreservierung unter 0341-2144615 (Montag bis Freitag, 13 bis 15 Uhr)