Künstlerische Arbeitsweise

Von der Stückidee bis zur Premiere

„Generell versuche ich in einer Arbeit, virulente Themen zu erspüren. Das Finden eines Motivs gehört für mich zu meiner täglichen Arbeit. Eines interessiert mich auf einmal mehr als andere und ich beschäftige mich intensiver damit, lese, denke darüber nach und dann – bei einem gewissen Maß an Anreicherung – entsteht bei mir das eine Bild im Kopf, welches alles Weitere bedingt. Die Ideen für die Szene sammle und probiere ich aus. Erst ganz am Schluss des Probenprozesses setze ich sie zusammen.“ (Irina Pauls)

Irina Pauls Fotografin Kirsten Nijhof

Irina Pauls (Fotografin: Kirsten Nijhof)

Als freischaffende Künstlerin inszeniert Irina Pauls an deutschen und internationalen Bühnen. Sie entwickelt Choreografien in den Sparten Tanz, Schauspiel, Musiktheater und Jugendtheater. Darüber hinaus arbeitet sie häufig außerhalb des Theaterraums, entwirft Performances im öffentlichen Raum. Ihre Stücke haben stets einen starken Bezug zum Ort des Entstehens und der Biografie der Darsteller – sie reflektiert die verschiedenen Lebenseinstellungen. Immer wieder widmet sie sich dem Zusammenhang von Schauspiel und Tanz, sensibilisiert neue Theatertexte und zeitgenössische Literatur. Für Kinder und Jugendliche kreiert sie Tanzstücke, die über eine natürliche und sinnliche Bewegungssprache Fantasieräume öffnen.

Methodische Arbeitsweise

Projekte, Workshops und Lehrveranstaltungen

Tänzern und Performern neue Methoden und Zugänge aufzeigen, Bewegungsqualitäten für Schauspieler, Sänger und Musiker erlebbar machen, tanzbegeisterten Laien die Grundlagen des zeitgenössischen Tanzes vermitteln – neben ihrer künstlerische Arbeit betreut Irina Pauls verschiedenste Projekte als Gastdozentin.

Grundverständnis für die methodische Arbeit sind die Entwicklung der eigenen Körperphantasie, der eigenen Körperwahrnehmung und des eigenen Körperverständnisses von jedem Beteiligtem. Das ermöglicht einen freien kreativen Umgang mit Bewegung und fördert den Mut, immer wieder Neues auszuprobieren und sich selbst und andere dabei zu inspirieren. Erst einmal machen!“ (Irina Pauls)

Workshop-Teilnehmer werden in der Arbeit mit Irina Pauls von ihren Bewegungs-Erfahrungen durchdrungen. Sie vertrauen ihrem Körper und beschäftigen sich mit Bewegungsqualitäten – weg von jeder Form der Bewegungsimitation. Es geht um die Suche nach der eigenen körperlichen Empfindung.

Moradokmai Theatre Community

Die Moradokmai Theatre Community im Workshop mit Irina Pauls – Frühjahr 2013, Thailand.

Innerhalb ihres Tanztrainings vermittelt Irina Pauls ein Grundverständnis für den zeitgenössischen Tanz. Im Fokus stehen Mischformen der Release-Technik. Das Körperverständnis und die eigenen körperlichen Möglichkeiten erweitern sich, ein spielerischer Umgang wird möglich. Trainingseffekte sind körperliche Aktivität, Präsenz und Plastizität (Dehnung, Muskelaufbau, Koordination usw.). Die Teilnehmer lernen außerdem, sich gegenseitig zu beobachten und das Gesehene mit Fachbegriffen zu beschreiben. Grundlage dafür bilden die Bewegungsstudien und die Methoden der Bewegungsanalyse nach Rudolf von Laban.

Neben der Partner- und Gruppenarbeit geht es beim gemeinsamen Improvisieren um Bewegungslust, Dynamik und Energie. Darüber hinaus lernt man bei Irina Pauls, trächtige künstlerische Momente zu erkennen und spontan weiterzuentwickeln. Die Choreografin leitet darauf hin, der fruchtbaren Idee zu vertrauen und das Elementare in der Gesamtkomposition in Raum und Zeit zu erkennen.

Bereits von der ersten Übung an werden die Teilnehmer animiert, die Bewegungen mit der Stimme bzw. dem Atem zu begleiten, um den Zeitablauf des Bewegungsflusses intensiv zu erfahren. Denn die Zeit ist ein Bestandteil der Bewegung und verleiht der Bewegung die Qualität. Es wird Zeit darauf verwendet, sich diesen Prozess zu vergegenwärtigen. Die Phrasen und Sequenzen werden dann rhythmisiert, mit Klanggesten unterstützt, durch Reime oder Textteile neu strukturiert und mit den Klangfarben der Sprache und Stimmimpulsen untersetzt. Findet der Körper dabei zu neuen Qualitäten? Es geht um die enge wechselseitige Beziehung von Bewegung, Sprache und Musik, die sinnvolle Verbindung, die gegenseitige Unterstützung und Ergänzung.

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